Mitmachaktion: „Der Wanderer“ und „Die Wanderin“
Ein stilles Zeichen am Wegesrand
Mit der Mitmachaktion „Der Wanderer“ und „Die Wanderin“ erweitert verlassene-kinderzimmer.org seine Aufklärungsarbeit um eine bewusst niedrigschwellige und dezentrale Form der Sensibilisierung. Ziel ist es, auf das Thema Eltern-Kind-Entfremdung aufmerksam zu machen und die Perspektive betroffener Kinder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Im Mittelpunkt stehen zwei Texte:
- „Ein Brief am Wegesrand“
- „In Gedanken an dich“
Beide Texte greifen das Thema Entfremdung aus einer persönlichen, aber nicht anklagenden Perspektive auf. Sie beschreiben emotionale Zustände wie Distanz, Stille und ungeklärte Bindungen und machen sichtbar, welche inneren Prozesse bei Kindern und Eltern stattfinden können.
Die Texte werden bewusst im öffentlichen Raum platziert – an Orten, an denen Menschen innehalten: an Wanderwegen, Weggabelungen oder in der Natur. Dort wirken sie als „stille Mahnmale“, die ohne direkte Ansprache zum Lesen und Nachdenken anregen.
Ziel der Aktion
Die Aktion verfolgt einen sachlichen und aufklärenden Ansatz. Sie möchte:
- ein oft übersehenes gesellschaftliches Thema sichtbar machen
- Verständnis für die Situation betroffener Kinder fördern
- zur Reflexion über Bindung, Verantwortung und Kommunikation anregen
- ohne Schuldzuweisungen einen Zugang zum Thema schaffen
Die bewusst ruhige und offene Gestaltung der Texte ermöglicht es, dass Leserinnen und Leser eigene Gedanken entwickeln und sich individuell mit dem Inhalt auseinandersetzen.
So können Sie teilnehmen
Die Teilnahme an der Aktion ist einfach und bewusst offen gestaltet:
- Text auswählen und ausdrucken (DIN A4, beidseitig, kurze Seite drehen)
- Ausdruck optional laminieren, um ihn wetterfester zu machen
- Blatt mittig teilen (DIN A5) und oben lochen
- Mit einem Band an geeigneten Orten befestigen (z. B. an Wanderwegen)
- Installation regelmäßig überprüfen und bei Bedarf pflegen oder entfernen
Die Downloads sind am Ende der Seite aufgeführt.
Wichtig: Die Aktion soll keine Umweltbelastung verursachen. Daher wird darum gebeten, die angebrachten Briefe verantwortungsvoll zu betreuen.
Sichtbarkeit erhöhen
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Aktion digital zu begleiten:
- Foto des platzierten Briefes machen
- Veröffentlichung in sozialen Netzwerken oder als Statusmeldung
Empfohlene Hashtags:
#VerlasseneKinderzimmer
#ElternKindEntfremdung
#KinderBrauchenBeideEltern
Hinweise für Betroffene
Die Aktion soll auch darauf aufmerksam machen, dass es für Kinder, Jugendliche und Familien in belastenden Situationen verschiedene Unterstützungsangebote gibt. Hilfe in Anspruch zu nehmen kann ein wichtiger Schritt sein.
Direkte und anonyme Beratung:
- „Nummer gegen Kummer“ – kostenfrei und anonym erreichbar unter 116 111 (für Kinder und Jugendliche)
- Online-Beratung und weitere Hilfsangebote ergänzen das telefonische Angebot
Öffentliche und institutionelle Anlaufstellen:
- Jugendamt: Unterstützung bei familiären Konflikten, Beratung und Vermittlung von Hilfsangeboten
- Erziehungs- und Familienberatungsstellen: Kostenfreie Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern
- Schule: Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeit oder Beratungslehrer können erste Ansprechpartner sein
- Hausärzte und Kinderärzte: Erste Einschätzung und Weitervermittlung an geeignete Fachstellen
Fachliche Unterstützung:
- Psychologinnen und Psychologen sowie Kinder- und Jugendtherapeuten: Begleitung bei emotionalen Belastungen, Konflikten und Verarbeitung von Erfahrungen
- Sozialpädagogische Fachkräfte: Unterstützung im Alltag und bei familiären Herausforderungen
Je nach Situation kann es sinnvoll sein, mehrere dieser Angebote zu nutzen. Wichtig ist: Unterstützung ist verfügbar, und niemand muss mit belastenden Erfahrungen allein bleiben.
Einladung zur Beteiligung
„Der Wanderer“ und „Die Wanderin“ leben von der Beteiligung vieler Menschen. Jeder platzierte Brief kann dazu beitragen, Aufmerksamkeit zu schaffen und einen Impuls zur Auseinandersetzung zu geben.
Die Initiative lädt alle Interessierten ein, sich zu beteiligen und durch eine einfache Handlung zur Sichtbarkeit eines komplexen Themas beizutragen.
